HHCDJ - Hamburgs Cache des Jahres

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Interview mit Datum
Mystphi 12.08.2011
Diana Millgramm 06.03.2013
Dobranski 13.05.2013
Tollkühn79 22.08.2013
Häsämähäää 12.02.2014
papalotta 15.02.2015
Hoermi00 09.02.2015
Planet_P 10.02.2015
HHnilsHH 08.02.2015
mattilittletiger 10.02.2015
Du wohnst in oder um Hamburg? Du bist Geocacher? Dann kennst Du IHN! Mystphi! Kein Cache ist so genial wie seine! Kein Versteck hat mehr Rafinessen als seine Verstecke! Keine Idee ist so ausgereift wie seine Ideen! Kein Bastelkeller kann grer sein, als sein Bastelkeller! Er ist der ungekrnte Knig der Cacher in Hamburg! Er ist der Meister seines Faches im verstecken von urbanen Caches! Wenn man eine Mystphi-Cache findet, geht man mit dem typischen Mystphi-Grinsen nach Hause. So etwas kann es nicht geben, denkt man! Doch kann es! Und das direkt vor unserer Haustr, in Hamburg! Caches, die an Genialitt und bastlerischen Verstndnis weit ber die hierzulande in Schaaren auftretenden Filmdosencaches hinaus gehen. Caches, die einem einfach ein Lcheln (oder eben ein Mystphi-Grinsen) auf die Lippen zaubern. Ein Name hat an diesem Artikel und an vielen weiteren Cachingabenteuern seine Finger im Spiel: Mystphi! Hamburgs Cache des Jahres traf diesen aussergewhnlichen Cacher zum EXKLUSIV-Interview
HHCDJ: Hallo Gerald, zunchst einmal vielen Dank dass Du dir die Zeit genommen hast fr dieses Interview. Dein Geocaching Name ist Mystphi. Wie bist du darauf gekommen und wie spricht man ihn eigentlich aus? Klingt ja ein bichen wie "Mistvieh"!
Mystphi: Als ich meinen Account bei GC einrichten wollte, musste ich feststellen, dass der Nick PanTau, den ich bisher im Internet verwendet hatte, schon vergeben war. Deshalb musste auf die schnelle ein neuer her. Es sollte natrlich irgendwie etwas witziges oder ausgefallenes sein. So grbelte ich einige Zeit, und da im Hintergrund gerade Musik der Gruppe Ougenweide spielte, kam ich auf die Idee, das Wort Mistvieh in hnlicher Art in Mystphi zu verballhornen. Das Ergebnis gefiel mir spontan und so war der Nick geboren. Dementsprechend wird der Name eben auch "Mistvieh" ausgesprochen, tendiere aber mittlerweile eher dazu, auf diese Frage mit "Mstvieh" zu antworten (so wie es die Dosenfischer in ihren Podcasts aussprechen). Dass sich aus diesem Namen daraus noch weitere nette Interpretationen ableiten lassen, habe ich erst spter bemerkt.
HHCDJ: Wie und wann bist Du eigentlich zum Geochaching gekommen?
Mystphi: In einem Bldelforum (Forum der guten Menschen), in welchem ich derzeit hufiger aktiv war, unterhielten sich zwei der dortigen Protagonisten ber seltsame Dinge wie Reisekfer die in Erdverstecken abgelegt werden. Auf mein Bitten erklrten sie mir so die Grundzge des Geocachings. Ich war sofort uerst neugierig, weil ich es mir einfach nicht vorstellen konnte, dass da drauen mitten im Leben Dinge versteckt sein sollten, von denen auer den Eingeweihten niemand etwas wusste. Kurze Zeit spter war der erste Cache gefunden und ich selbst sofort vollstndig mit dem Virus infiziert. Das war im September 2005.
HHCDJ: Was macht fr Dich die Faszination Geocaching aus?
Mystphi: Wie schon im vorangegangenen Punkt geschrieben, hat mich an meinem ersten Fund die Tatsache am meisten fasziniert, dass ich an Pltzen suchen musste, die auch von normalen "unwissenden" Menschen aufgesucht werden. Diese Faszination hat mich bis heute nicht verlassen, weshalb ich nach wie vor mit Vorliebe Caches im urbanen Raum suche und verstecke.
HHCDJ: Du bist weit ber die Grenzen Hamburgs hinaus bekannt fr Deine wirklich aussergewhnlichen Caches! Man spricht sogar von Pilgertouren in die Hansestadt um einmal einen "Mystphi" zu machen. Woher nimmst Du Deine Ideen?
Mystphi: Das ist ganz unterschiedlich. Sehr hufig ist es der Zufall, der mich an einen Ort fhrt, an dem sich eine Cacheidee geradezu aufdrngt. Es kann aber auch sein, dass mir eine Idee zu einer speziellen Dose oder einer bestimmten Tarnung kommt. Dann suche ich den dazu passenden Versteckort. Bei meinen Mysterys war in der Regel zuerst die Rtselidee da, zu der dann eine passende Dose bzw. der passende Versteckort ausgesucht wird. Allen Caches gemeinsam ist, dass die Zeit von der ersten Idee bis zur Freischaltung durchaus auch mal ein Jahr oder mehr brauchen kann. In dieser Zeit hat der Cache dann die Mglichkeit zu "reifen".
HHCDJ: Wer Dich und Deine Caches kennt, der bewundert die professionelle Umsetzung und die Tarnung in urbarner Umgebung! Vor dem geistigen Auge erscheint da sofort ein riesiger Bastelkeller mit viel Mnnerspielzeug...
Mystphi: Nun ja, ein Keller ist es nicht gerade, aber die mechanische Werkstatt meiner Arbeitsstelle ist reichlich mit derartigem "Spielzeug" ausgestattet, u.a. einer CNC-Frsmaschine. Die war bei vielen meiner Caches sehr hilfreich.
HHCDJ: Hast Du jemals einen Filmdosencache gelegt?
Mystphi: Jugendsnden? Na klar, hat doch fast jeder. Bei mir war es die "Jentown Brcke" (http://coord.info/GCRX05). Dazu gibt es brigens einen interessanten Aspekt. Mein erster Cache war ja gleich ein 4 Stationen Multi mit Bastelei, gefolgt von einem ansehnlichen Tradi. Das war in meiner Anfangszeit, wo der "Legedruck" noch recht hoch war. In der gleichen Zeit kamen aber auch viele Filmdosencaches raus. Dies hielt ich bald fr den blichen Standard und berlegte meinerseits zwei Filmdosenverstecke an zwei lokalen Sehenswrdigkeiten meiner Homezone. Dies war die "Jentown Brcke" und der "Denkstein". Whrend sich die Filmdose an der Jentown Brcke jedoch noch gut verstecken lie (Pissecke), klappte das am Denkstein berhaupt nicht. Die ausgewhlten Bsche waren zu dnn, die Dose fiel immer wieder heraus, andere Ritzen oder Lcher passten einfach nicht. Es gab einfach im weiteren Umkreis nichts, wo man die Filmdose verstecken konnte. Deshalb fing ich an, nach einer Alternative zu suchen. Dabei kam ich auf die Idee, eine Rohrmuffe mit einem Gewinde zu versehen und mit einem Wasserschild zu verschrauben. Beim Lesen der dann folgenden Logeintrge zu den beiden Caches konnte ich feststellen, dass diese Rohrmuffe viel besser bei den Suchern ankam, als die Filmdose. Das war dann der Moment, wo ich mich von den Filmdosen als Cachebehlter verabschiedet hab.
HHCDJ: Deine Caches liegen eigentlich ausschlielich in der Stadt! Gab es schon einmal Probleme mit einem Deiner Verstecke?
Mystphi: Ich wrde es nicht mit dem Wort "Problem" bezeichnen, aber es gab schon fters Kontakt von Sicherheitskrften mit meinen Caches bzw. mit mir als Cacheowner. Ich habe jedoch mit diesen Leuten ausschlielich positive Erfahrungen gemacht, das gilt gleichermaen fr die Polizei wie fr private Sicherheitsdienste. Das hat sicherlich etwas damit zu tun, dass ich auf meinen Caches an kritischer Lage durch Angabe von Mailadresse und Telefonnummer, sowie eines deutlichen Hinweises auf Ungefhrlichkeit des Behlters von Vornherein fr Deeskalation sorge. So hat in zwei Fllen der Sicherheitsdienst mit mir Telefonkontakt aufgenommen, um die entsprechende Dose zu entfernen. Einen greren Polizeieinsatz gab es an einem vergrabenen Cache (Likedeeler Goldschatz, http://coord.info/GC115GX ), weil ein Cacher beim Wiederverstecken beobachtet wurde. Doch auch dort gab es keinerlei Folgen, und die Dose durfte sogar liegenbleiben. Ansonsten werde ich regelmig mal von der Polizei bei nchtlichen Maintainanceeinstzen kontrolliert. Da ich jedoch alles wahrheitsgem erklre (manchmal auch den Cache vorfhre) gab es da nie irgendwelche Probleme.
HHCDJ: Hattest Du schonmal eine Idee fr einen Cache, der sich aber dann nicht realisieren lie?
Mystphi: Ja! Es gibt in Hamburg am Wandsbeker Markt einen geschlossenen Fugngertunnel. Dessen Trverriegelung lie sich mit etwas Geschick ffnen, so dass man in diesen Lost Place eindringen konnte. Dort drin wollte ich gerne einen Tradi anbringen und hatte auch schon einen Platz dafr ausgesucht. Doch rechtzeitig bin ich mir der Illegalitt dieses Vorhabens bewusst geworden, weshalb ich die Idee schnell wieder verworfen hab.
HHCDJ: Kommen wir nun zu Deinen Cachegewohnheiten. Bist Du lieber im Wald unterwegs, oder brauchst Du den Nervenkitzel des urbanen Platzes in der Stadt?
Mystphi: Ganz klar, meine Vorliebe ist der urbane Cache, was nicht heit, dass ich den schn gemachten Waldcache nicht auch genieen kann.
HHCDJ: Arbeitest Du Dich lieber durch einen komplizierten Multi oder bist Du eher fr "schnelle" Tradis zu haben?
Mystphi: Aufgrund der Tatsache, dass meine Familie nicht so sehr fr das Cachen zu begeistern ist, findet es vorwiegend vor oder nach der Arbeit statt. Da bevorzuge ich dann den einfacheren Tradi. Habe ich jedoch mal etwas mehr Zeit zur Verfgung, dann kommen auf jeden Fall die aufwendigen Multis dran, die ich eigentlich auch sehr gerne mache.
HHCDJ: Mysteries in Hamburg bieten die volle Breitseite! Von "einfachen" Sudokus bis hin zum 5-Sterne-Hardcore-vierundsiebzig-mal-um-die-Ecke-denk Rtsel. Woran tftelst Du lieber?
Mystphi: Bei einem Mystery schaue ich mir das Rtsel an. Wenn ich relativ schnell einen Lsungsansatz finde oder mich das Thema des Rtsels interessiert, dann knobel ich da schon mal lnger dran. Ansonsten landen Mysterys bei mir schnell in der Ablage P. Ich sitze beruflich schon so viel am Rechner, da will ich die Cachezeit lieber drauen verbringen.
HHCDJ: Zu welchem Thema wrdest Du gerne mal einen Cache suchen (und finden!)?
Mystphi: Ist doch klar: Zu einem Thema, welches mir durch einen guten Cache nahegebracht wird. Will heien, dass es kein Thema gibt, welches ich bevorzugen wrde. Das schne an diesem Hobby ist ja, dass man durch die Kreativitt eines Cacheowners mglicherweise ein Thema erschlossen bekommt, an welches man so gar nicht gedacht htte.
HHCDJ: Welche Art Caches stehen bei dir auf der "Ignore-Liste"?
Mystphi: Eigentlich nur die T5 Caches meiner PQ-Zonen. Das sind aber nur relativ wenige. Es knnten auch noch die fr mich unlsbaren Mysterys drauf, aber ich mache von der Ignoreliste nur wenig gebrauch.
HHCDJ: Schaut man in Dein GC-Profil, erkennt man Deine reichhaltige Cachingerfahrung. Gab es einmel einen Cache, an dem Du dir richtig die Zhne ausgebissen hast?
Mystphi: Ich beie mir sehr oft die Zhne an Caches aus, bin mir aber auch nicht zu schade, das mit entsprechenden DNF-Logs fr die Gemeinde bildhaft in Szene zu setzen (ich bin eigentlich ein ziemlich schlechter Sucher). Den Vogel hab ich aber wohl beim Cache "Das Haus des dritten Schweinchens" abgeschossen. Der zugehrige Logeintrag ( http://www.geocaching.com/seek/log.aspx?LUID=a19b922a-47cd-4bc2-9c1b-71b09d80a760 ) sagt wohl alles.
HHCDJ: Hast Du einen definitiven "Lieblingscache"?
Mystphi: Nein, definitiv nicht!
HHCDJ: Was war bislang Deine ungewhnlichste Cachinggeschichte?
Mystphi: Auf diese Frage konnte ich schon den Cyberberrys keine Antwort geben.
HHCDJ: Hamburg gehrt in Deutschland zu den Stdten mit der grten Cachedichte. Lust oder eher Frust alle paar hundert Meter ber eine Dose zu stolpern?
Mystphi: Das hlt sich die Waage. Einerseits hat die hohe Cachedichte den Vorteil, dass man eine groe Auswahl hat, andererseits wird das Legen eigener Dosen zusehends schwieriger. Da aber gerade in Hamburg die Dosen von vielen verschiedenen Ownern gelegt werden, ist auch immer mal wieder ein kleines Highlight dazwischen.
HHCDJ: Du hast Dich entschieden, nicht an der Wahl zu "Hamburgs Cache des Jahres" teilzunehmen. Hast Du dir trotzdem schonmal den ein oder anderen Teilnehmer nher angesehen, gefunden oder sogar bewertet?
Mystphi: Nicht nur das, ich habe auch schon mehrere aussichtsreiche Kandidaten ins Rennen geschickt.
HHCDJ: Eine letzte Frage noch zum Abschluss. Gibt es schon neue Planungen und Ideen fr einen neuen Cache von Dir? Auf was kann sich die Hamburger Cachergemeinde freuen?
Mystphi: Es gibt im Moment nur die konkrete Planung, die "Jentown Brcke" neu aufzulegen, da ich eine schne passende Versteckidee dazu gefunden hab. Das wird aber trotzdem sicherlich kein Highlight werden. Ansonsten habe ich im Moment keine Projekte am Laufen. Aber seit dem Tag X sehe ich ja meine Umgebung mit Cacheraugen ... ;-).r
HHCDJ: Dann bedanke ich mich nochmals fr Deine Zeit und wnsche Dir allezeit Happy Hunting.
Mystphi: Das wnsche ich ebenso Dir und allen Lesern.

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